Sigurd Rompza | 26.06.–15.08.2020 Archiv

Sigurd Rompza (Jahrgang 1945 lebt und arbeitet in Neuenkirchen/Saar) arbeitet seit den 1970er Jahren im Grenzgebiet von Plastik und Malerei. Seine Objekte, häufig wie Zeichnungen oder Gemälde an der Wand installiert, beziehen sich auf unser Sehen und dessen Fähigkeit, die Welt in der Anschauung zu konstruieren. Farbig gefasste Stabreliefs entwickeln sich im Akt des Sehens, in dem Schatten, Licht, Farbe und Form zusammengefasst werden, zu komplexen ästhetischen Gebilden. Da wird ein dreidimensionaler Stab durch einen Schatten-wurf an der Wand verlängert und eine neue Figur entsteht im aktiven Sehen, in den „farb-licht-modulierungen“ scheint auf der Schattenseite des Objektes eine neue Farbe zu entstehen oder ist es doch der Schatten der entlang einer räumlichen Kante entsteht?

 

Sigurd Rompza gibt den Betrachtern seiner Arbeiten Rätsel auf, die er in Anlehnung an Ludwig Wittgenstein „Bildspiele“ nennt. Es sind vieldeutige Angebote für unseren Sehsinn, die wir im freien Spiel mit den Deutungsmöglichkeiten ästhetisch erschließen aber nie vollständig lösen oder eindeutig fixieren können. Es bleiben Rätsel, denen wir uns immer wieder aufs Neue stellen, um das Spiel unserer Fantasie mit unseren Sehgewohnheiten und Wahrnehmungskategorien zu erleben und zu erweitern. So kommen wir beim reflektierenden Betrachten der Arbeiten von Sigurd Rompza unserem eigenen Sehen und seinen Möglichkeiten auf die Spur.